Dr. Frank Bergmann, KV Nordrhein Vorsitzender, Düsseldorf
Abstract
Die KV Nordrhein verantwortet die ambulante Versorgung mit über 23.500 Ärztinnen, Ärzten und Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Der demografische Wandel, steigende Fallzahlen und Ressourcenknappheit fordern neue Lösungen in allen Versorgungsbereichen. Mit digitalen Angeboten, gezielter Patientensteuerung, Kooperationen und Nachwuchsförderung begegnet die KV Nordrhein diesen Herausforderungen und stärkt so eine effiziente und zukunftssichere Versorgung.
1. Der Auftrag der Kassenärztlichen Vereinigung
Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein als eine der 17 Kassenärztlichen Vereinigungen in Deutschland übernimmt maßgeblich 6 zentrale Aufgaben, von denen 5 in §§ 75 ff. SGB V kodifiziert sind. Übergeordnet steht die Sicherstellung der flächendeckenden Versorgung der ambulanten Versorgung. Mit rund 23.500 Ärztinnen, Ärzten und Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie 16.235 Praxen werden in Nordrhein etwa 9,5 Millionen Versicherte betreut, darunter 72.000 Menschen in Pflegeeinrichtungen. Darüber hinaus gehört der operative Notdienst in den 86 Notdienstpraxen, im Fahrdienst und in Videosprechstunden zum Kerngeschäft. Weitere Aufgaben umfassen die Honorarverhandlungen mit Krankenkassen, die Entwicklung und Überwachung von Qualitätsstandards, die Verteilung des Honorars auf die Mitglieder sowie Beratungsdienstleistungen für Mitglieder und Versorgungsanbieter. Die Verantwortung der KV Nordrhein erstreckt sich damit über ein breites Spektrum an Aufgaben, die alle auf eine verlässliche und zukunftsorientierte ambulante Versorgung der Menschen in Nordrhein ausgerichtet sind.
2. Wo stehen wir – Zahlen zur Auslastung der ambulanten Versorgung
Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass die ambulante Versorgung zunehmend unter Druck gerät: Der demografische Wandel verändert das Krankheitsspektrum und führt zu einer Zunahme chronischer, altersassoziierter Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Atemwegs- oder Stoffwechselerkrankungen und Demenz (RKI, 2015). Diese Entwicklungen stellen Ärztinnen, Ärzte, Psychotherapeutinnen und -therapeuten sowie das gesamte Versorgungssystem vor wachsende Herausforderungen, sowohl medizinisch als auch pflegerisch. Zudem steigt die Zahl der Behandlungsfälle kontinuierlich in allen Versorgungsbereichen. Be-sonders dynamisch zeigt sich der Bereich der Psychotherapie, der deutschlandweit innerhalb eines Jahres einen Fallzuwachs von 278 Tausend Fällen verzeichnete (Zentralinstitut kassen-ärztliche Versorgung, 2025).
Der demografische Wandel macht sich auch unter den Leistungserbringenden bemerkbar: Circa ein Drittel der Ärztinnen und Ärzte und Psychotherapeutinnen und -therapeuten sind 55 Jahre und älter. Zusätzlich zeichnet sich in der letzten Dekade ein Trend ab, der eine zu-nehmende Heterogenität in der Versorgung belegt. Frauen nehmen einen größer werdenden Versorgung sichern, Wandel gestalten – die KV im Spannungsfeld des demografischen Wandels Dr. med. Frank Bergmann Seite 2 / 8
Anteil unter den Leistungserbringenden ein, mehr ärztliches Personal arbeitet in Anstellung und zunehmend in Teilzeit (Abbildung 1).

Abbildung 1 (KVNO, 2025)
Die Zunahme an Anstellungen bringt mit sich, dass es über die Jahre weniger Praxen gibt, während pro Praxis mehr Arztsitze verzeichnet sind (Abbildung 2), d.h. die Versorgung wird konzentrierter: mehr Ärztinnen und Ärzte arbeiten gemeinsam in kooperativen Praxisformen und weniger in Einzelpraxen. Diese Entwicklungen belegen die zunehmende Ressourcenverknappung in der ambulanten Versorgung - eine Herausforderung, die sich laut Robert-Bosch-Stiftung weiter zuspitzen wird. Bis 2035 ist prognostiziert, dass die Hausarztdichte bis zu 9% absinken wird, welche sich insbesondere in ländlichen Regionen zeigen wird (Robert Bosch Stiftung, 2021).

Abbildung 2 (KVNO, 2025)
Vor diesem Hintergrund gewinnen auch die finanziellen Rahmenbedingungen an Bedeutung. 16 Prozent der Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung entfallen auf die ambulante Versorgung, mit der 97 Prozent aller Behandlungsfälle abgedeckt werden. Im Vergleich dazu entfallen 33 Prozent der Ausgaben auf den stationären Bereich (KBV, 2025). Diese Zahlen unterstreichen, wie effizient und unverzichtbar die ambulante Versorgung für das Gesundheitssystem ist. Gleichzeitig machen sie deutlich, dass angesichts der steigenden Krankheitslast und der zunehmenden Komplexität der Patientinnen und Patienten neue, innovative Versorgungsmodelle notwendig sind, um eine hochwertige und erreichbare Betreuung auch künftig sicherzustellen.
3. Versorgungsaufgaben – Trends und Herausforderungen
Regelversorgung, Pflegeheimversorgung, Notfallversorgung
3.1 Regelversorgung
Die bereits beschriebenen demografischen Veränderungen prägen die Regelversorgung. Zusätzlich werden in Deutschland ambulante Gesundheitsleistungen verhältnismäßig viel in Anspruch genommen, aufgrund von verschiedenen, systemischen Faktoren. Dazu zählen eine insgesamt hohe Arztdichte, die zu einer arztinduzierten Nachfrage führt, mengenbezogene Vergütung, eine geringe Koordination der Versorgung, ein niedriger Digitalisierungsgrad sowie fehlende Patienteninformationen. Im Bereich des medizinischen Wissens wirken sich Medikalisierung, Überdiagnosen und kommerzielle Interessen negativ aus. Gesellschaftliche Trends wie bestimmte Glaubensmuster, ein ausgeprägtes Kontrollbedürfnis und eine verzerrte Berichterstattung in den Medien fördern ebenfalls die Überinanspruchnahme. Die Sorge der Patienten um eine unzureichende Versorgung und eine insgesamt gering ausgeprägte Gesundheitskompetenz führen dazu, dass medizinische Leistungen häufiger in Anspruch genommen werden, als es medizinisch notwendig wäre (Bertelsmann Stiftung, 2019).
Umso wichtiger erscheint es, diesen Herausforderungen mit einem ressourcenschonenden und bedarfsorientieren Einsatz ärztlicher Leistungen zu begegnen. Dafür ist eine partielle Patientensteuerung von verschiedenen Ausgangspunkten ein entscheidender Hebel, um bestehende Ressourcen optimal zu nutzen.
Die Kassenärztliche Vereinigung macht mit der 116117 und der Terminvermittlung bereits heute ein patientensicheres und pragmatisches Angebot, welches steuernd und flächendeckend gestaltet wird und Patientinnen und Patienten entsprechend der Dringlichkeit ihres Anliegens gezielt versorgt. Während die Terminservicestelle (TSS) über die 116117 planbare Arzttermine vermittelt, zum Beispiel bei Haus- oder Fachärztinnen und -ärzten, stellt der Ärztliche Bereitschaftsdienst über die 116117 die me-dizinische Versorgung außerhalb der regulären Sprechzeiten im Akutfall sicher. Integrierte Angebote wie die Videosprechstunde ermöglichen es, Patientinnen und Patien-ten bereits vor dem Praxisbesuch fallabschließend zu behandeln und entlasten so die ambulanten und stationären Strukturen, wie das Beispiel der kinderärztlichen Video-sprechstunde mit 50 Prozent fallabschließender Behandlungen zeigt. Durch eine konsequente Ersteinschätzung werden Kapazitäten effizient genutzt und die Versorgung noch passgenauer an den tatsächlichen Bedarf angepasst.
Im internationalen Vergleich werden in Deutschland nicht-ärztliche, akademische Berufsbilder im Rahmen der Leistungsdelegation wenig in die Versorgung einbezogen Studien zeigen, dass die Leistungsdelegation unter Involvierung aller Berufsgruppen im Behandlungspfad positive Versorgungsergebnisse mit sich bringt (van den Brink et al., 2021). Es ist zusätzlich anzunehmen, dass Delegationsmaßnahmen die Leistungsfähigkeit von Praxen steigert und mehr Behandlungszeit schafft. Um zu gesicherten Erkenntnissen zu gelangen, wie nicht-ärztliche, akademische Berufsbilder wie u. a. Physician Assistants zur Sicherstellung der Patientenversorgung beitragen, haben wir uns als KV Nordrhein mit unserem Modellprojekt Physician Assistants auf den Weg gemacht.
Ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt zur Sicherstellung der ambulanten Versorgung ist die gezielte Nachwuchsgewinnung. Die KV Nordrhein betrachtet dies als eine zentrale Aufgabe und unterstützt aktiv verschiedene Maßnahmen, um junge Menschen für eine Tätigkeit in der ambulanten Versorgung zu gewinnen und sie auf ihrem Weg zu begleiten. Dazu gehören regionale Kampagnen, die gezielt auf die Bedürfnisse und Interessen potenzieller Nachwuchskräfte eingehen. Die Ansprache erfolgt zielgruppengerecht -etwa durch Informationsveranstaltungen, digitale Formate oder Kooperationen mit medizinischen Fakultäten. Darüber hinaus werden nachhaltige Unterstützungsangebote entlang der gesamten medizinischen Ausbildung bereitgestellt und reichen über den Abschluss hinaus. So werden beispielsweise Förderprogramme und Beratungsangebote entwickelt, die Studentinnen und Studenten, Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung und Berufseinsteigerinnen und -einsteiger in unterschiedlichen Phasen begleiten.
Ein weiterer Baustein ist die Zusammenarbeit mit Kommunen, um gemeinsam Lösungen für die Versorgung vor Ort zu entwickeln. Hierzu zählen unter anderem finanzielle Zuschüsse sowie Beratungsleistungen, die den Einstieg in die ambulante Versorgung erleichtern. Die KV Nordrhein setzt sich dafür ein, dass diese Fördermöglichkeiten frühzeitig greifen, um drohende Engpässe zu vermeiden und die Versorgung langfristig zu sichern.
Neben den Fördermaßnahmen, bietet das Modell der „KVNO Startpraxis“ eine weiteres gezieltes Versorgungsangebot. Startpraxen werden proaktiv und punktuell in Regionen errichtet, in denen Versorgungsbedarf besteht. Die Startpraxis wird durch die KV Nordrhein aufgebaut und zunächst als Eigeneinrichtung betrieben. Das Konzept bietet Ärztinnen und Ärzten die Möglichkeit, in Anstellung die Tätigkeit in der Niederlassung kennenzulernen und sich auf eine spätere Übernahme vorzubereiten. Moderne, digital ausgestattete Praxisstrukturen und eine enge Begleitung erleichtern den Einstieg und fördern den ärztlichen Nachwuchs. So können lokale Versorgungsstrukturen nachhaltig und langfristig stabilisiert werden. Die erste KVNO Startpraxis wird im Frühjahr 2026 in Kleve eröffnen.
Mit diesen Maßnahmen leistet die KV Nordrhein einen aktiven Beitrag zur Nachwuchsgewinnung und trägt dazu bei, die ambulante Versorgung in Nordrhein auch in Zukunft sicherzustellen.
3.2 Pflegeheimversorgung
Ambulant tätige Ärztinnen und Ärzte übernehmen neben der Versorgung ihrer Patientinnen und Patienten in den Praxen auch eine wichtige Rolle in der Betreuung von Menschen in Pflegeheimen. Das zeigt sich auch in den Abrechnungsdaten: Der Gebührenordnungspunkt für den Besuch eines Patienten in einem Pflegeheim wird mit einer Frequenz von rund 320.000 Leistungen pro Quartal abgerechnet. Auch bei den Anrufen aus Pflegeheimen, die bei der 116 117 eingehen, findet 97% zu sprechstundenfreien Zeiten statt. Diese Daten weisen auf eine bedarfsgerechte Versorgungslage während der Sprechstundenzeiten hin (KVNO, 2025).
Auch in der Pflegeheimversorgung zeigen sich die Herausforderungen des demografischen Wandels, insbesondere in der zu erwartenden Zahl der Pflegebedürftigen. Ausgehend von 1,2 Millionen Pflegebedürftigen in NRW im Jahr 2021 wird diese Zahl laut Pflegemodellrechnung bis 2050 um 30,4 Prozent auf knapp 1,6 Millionen ansteigen (Statistisches Landesamt NRW, 2023). Damit steigt gleichzeitig auch der Bedarf an Pflegekräften, nicht nur aufgrund der zunehmender Pflegebedürftigkeit, sondern auch weil der Anteil an informellen Pflegeleistungen durch Angehörige künftig abnehmen wird (RKI, 2015). Der Bedarf an Pflegepersonal wird die Beschäftigungszahlen in den nächsten Jahren deutlich übersteigen (RKI, 2015). In den Pflegeheimen bedeuten knappe Personalressourcen unter Umständen eine erschwerte, zeitnahe Versorgung.
Die Arbeitsbelastung von Pflegepersonal und Ärzten steigt kontinuierlich, mitunter aufgrund des demografischen Wandels in der Bevölkerung und einem zunehmenden Anteil an Pflegebedürftigkeit.
Es ist anzunehmen, dass diverse Gründe, wie etwa Kommunikations- und Kooperationshürden, Versorgungskompetenzen oder einrichtungsbezogene, finanzielle und rechtliche Aspekte dazu führen, dass es zu Rettungsdiensteinsätzen kommt, die potenziell vermeidbar wären. Daraus ergibt sich eine hohe Hospitalisierungsrate von Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohnern (Valk-Draad et al., 2023).
Als Antwort darauf ist es notwendig, die Versorgungsqualität und –struktur in nord-rheinischen Pflegeheimen zu fördern. Seit dem 1. Oktober 2019 besteht die Möglichkeit, dass sich Hausärzte und Fachärzte aller Fachrichtungen in einem Kooperationsvertrag mit mindestens einer vollständigen Pflegeeinrichtung nach § 119v SGB V zusammenschließen. Die besondere Förderung mit allen nordrheinischen Krankenkassen/-verbänden sieht die Zusammenarbeit von „koordinierenden Ärzten“ und „kooperierenden Fachärzten“ vor. Zu den zusätzlichen Leistungen, mit denen die Versorgung der Pflegeheimpatienten verbessert werden sollen, zählen gemeinsame Visiten von koordinierenden und kooperierenden Ärztinnen und Ärzten, regelmäßige Einzelvisiten und Dokumentationen. Seit 2025 wurden die Förderungen im Rahmen des technischen Fortschritts auch um telemedizinische Visiten ergänzt, um im Bedarfsfall niedrigschwellig einen Arztkontakt per Video herzustellen. Die Umsetzung des Pflegeheimvertrags zielt auf eine qualifiziertere Versorgung während und außerhalb der Sprechstundenzeiten ab, auf eine Erhöhung der Influenza-Impfrate sowie eine Optimierung der Versorgung im Akutfall.
Inzwischen sind bereits 74% der Pflegeheimplätze in Nordrhein von einem Pflegeheim-vertrag erfasst, die kontinuierlich zur Verbesserung der Pflegeheimversorgung beitragen (Abbildung 3). In den Daten zeigt sich bereits ein eindeutiger Effekt der besonderen Förderung: Eine fast doppelt so hohe Influenza-Impfquote sowie deutlich höhere Arzt-Patienten-Kontakte in den Pflegeheimen.

Abbildung 1 (KVNO, 2025)
3.3 Notfallversorgung
Innerhalb der Notfallversorgung sind Notdienstpraxen die erste Anlaufstelle außerhalb der Sprechzeiten. In den 86 Notdienstpraxen in Nordrhein werden pro Jahr mehr als 800.000 Fälle versorgt. Seit Jahren ist eine hohe massive Überlastung der Notfallaufnahmen prävalent, insbesondere durch einen hohen Anteil an Selbsteinweisenden, d.h. Patientinnen und Patienten, die die Notfallversorgung in Anspruch nehmen, ohne vorab ein medizinisches Ersteinschätzungsverfahren durchlaufen zu haben und die Notfallaufnahme eigenständig aufsuchen („Walk-Ins“). 50% der Selbsteinweisenden werden vertragsärztlich behandelt, fast alle in der Bereitschaftspraxis der KV. 84% dieser Fälle können vertragsärztlich abschließend behandelt werden. Daraus ergibt sich, dass mindestens die Hälfte der Patientinnen und Patienten, die eigenständig die Notfallaufnahmen aufsuchen, auch während der allgemeinen Praxisöffnungszeiten vertragsärztlich behandelt werden könnten, ohne die Notfallversorgungskapazitäten in Anspruch zu nehmen (Zi, KVB & RoMed Klinikum Rosenheim, 2022).
Die benannte Studie kommt zu dem Schluss, dass eine standardisierte Ersteinschätzung und eine aktive Weiterleitung in die vertragsärztliche Ebene die Notaufnahmen signifikant entlasten (Zi, KVB & RoMed Klinikum Rosenheim, 2022). Die Voraussetzung dafür schafft die 116 117 und die Terminservicestellen (TSS) der KVen, die bereits heute das SmED-Verfahren konsequent und verlässlich einbinden und über die TSS verbindlich Termine vergeben und damit Patientenströme navigieren. Diese vorgeschaltete Steuerung ist notwendig, um der hohen Nachfrage zu begegnen, die auf strukturelle Grenzen
trifft. Perspektivisch muss das Ersteinschätzungsverfahren verbindlich in die Integrierten Notfallzentren (INZ) eingebunden werden, um Notfallaufnahmen signifikant zu entlasten und ihre Leistungsfähigkeit zu erhalten.
4. Fazit: Versorgung sicher, Wandel gestalten
Die KV Nordrhein übernimmt Verantwortung für eine verlässliche ambulante Versorgung und begegnet aktiv den Herausforderungen des demografischen und strukturellen Wandels. Mit dem konsequenten Ausbau digitaler Angebote wie medizinischer Ersteinschätzung und Telemedizin setzt die KV Nordrhein gezielt auf effiziente und ressourcenschonende Lösungen – sowohl in der Regelversorgung als auch in der Notfall- und Pflegeheimversorgung. Damit diese Entwicklungen nachhaltig wirken können, braucht es eine starke finanzielle und gesetzliche Grundlage. Nur so lassen sich Leistungsdelegation, Weiterbildung und die digitale Vernetzung der Notrufnummern 116117 und 112 zukunftssicher gestalten und weiterentwickeln.
Quellen
Bertelsmann Stiftung (2019): Overuse of medical services. Unnecessary medical services can be harmful to patients. Spotlight Healthcare: 5. Abrufbar unter: https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/VV_SG_Overuse_en_final.pdf.
https://www.kbv.de/documents/infothek/veranstaltungen/vertreterversammlung/2025-03-07/kbv_faktenblatt_ambulante_versorgung.pdf
Robert Bosch Stiftung (2021): Gesundheitszentren für Deutschland. Wie ein Neustart in der Primär-versorgung gelingen kann. Abrufbar unter: https://www.bosch-stiftung.de/sites/default/files/publications/pdf/2021-05/Studie_Primaerversorgung_Gesundheitszentren-fuer-Deutschland.pdf.
Robert Koch-Institut (2015): Gesundheit in Deutschland. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Gemeinsam getragen von RKI und Destatis. RKI, Berlin. Abrufbar unter: https://e-doc.rki.de/bitstream/handle/176904/2192/25hWqNz683szU.pdf?sequence=1&isAllowed=y.
Statistisches Landesamt NRW (2023): Pflegemodellrechnugn für NRW. Entwicklung der Pflegebe-dürftigkeit im Land sowie in den Kreisen und kreisfreien Städten bis 2050/2070. Abrufbar unter: https://statistik.nrw/service/veroeffentlichungen/statistik- kompakt/pflegemodellrechnung-fuer-nrw.
Valk-Draad, M.P., Bohnet-Joschko, S. & PSK-Studiengruppe (2023): Pflegeheim-sensitive Kranken-hausfälle und Ansätze zur Verringerung der Hospitalisierung von Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohnern. Bundesgesundheitsbl 66, 199–211. Abrufbar unter: https://doi.org/10.1007/s00103-022-03654-4.
van den Brink GTWJ, Hooker RS, Van Vught AJ, Vermeulen H, Laurant MGH (2021): The cost-effec-tiveness of physician assistants/associates: A systematic review of international evidence. PLOS ONE 16(11): e0259183. Abrufbar unter: https://doi.org/10.1371/journal.pone.0259183.
Zentralinstitut kassenärztliche Versorgung (2025): Zi-Trendreport zur vertragsärztlichen Versor-gung. Bundesweiter tabellarischer Report vom 1. Quartal 2021 bis zum 2. Quartal 2024. Abruf-bar unter: https://www.zi.de/fileadmin/Downloads/Service/Medien/MI/Zi-Trendreport_2024-Q2_FINAL.pdf.
Zentralinstitut kassenärztliche Versorgung, KVB & RoMed Klinikum Rosenheim (2022): Machbar-keitsstudie Notfallversorgung Rosenheim. Abrufbar unter: https://www.zi.de/das-zi/me-dien/medieninformationen-und-statements/detailansicht/14-maerz-2022.

Dr. med. Frank Bergmann
seit 2017 Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein, geboren 1957, Studium der Medizin an der RWTH Aachen von 1976 bis 1982; von 1989 bis Ende 2021 als Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie sowie forensische Psychiatrie in Aachen niedergelassen; von 2001 bis 2016 erster Vorsitzender des Berufsverbands Deutscher Nervenärzte sowie Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde und von 2011 bis 2016 Vorsitzender der Vertreterversammlung der KV Nordrhein.
